Containerschiffe  |  Die Giganten der Meere

Superfrachter auf Kurs Hamburg

Als am 31. Mai 1968 die „American Lancer“ am Hamburger Burchardkai festmachte, lag Spannung, Neugier und auch ein bisschen Skepsis in der Luft. Rund 1.200 Gäste hatten sich auf der Pier versammelt, um dem ersten Containerschiff, das den Hamburger Hafen anlaufen sollte, einen gebührenden Empfang zu bereiten.

Sowas hatte die hanseatische Wirtschafts- und Politprominenz noch nicht gesehen: ein ganzes Schiff voll nur mit Containern. Dafür war eigens der Burchardkai umgerüstet und mit teuren Containerbrücken ausgestattet worden. Ob sich das wohl lohnen wird, mag der ein oder andere gedacht haben. 50 Jahre später stellt niemand mehr diese Frage.

 

Wurden damals nur einige Dutzend Container gelöscht, gehen heute bis 14.500 TEU (Standardcontainer) über die Kaikante, wenn eines der ganz großen Containerschiffe in Hamburg festmacht. Seit den Anfängen der Containerisierung sind die Schiffe in einer Weise gewachsen, wie es vor 50 Jahren nicht vorstellbar gewesen wäre. Hatte die „American Lancer“ (213 Meter Länge) eine Transportkapazität von 1.200 TEU, kann das aktuell größte Containerschiff der Welt, die „OOCL Hong Kong“ (400 Meter Länge), über 21.000 Standardcontainer transportieren – und das mit gerade einmal 22 Mann Besatzung. Beeindruckend dabei: Während die Ladekapazität knapp um das Achtzehnfache gestiegen ist, hat sich die Schiffslänge nicht mal verdoppelt. Der Grund: Durch ausgeklügelte Ingenieurkunst, immer neue Schiffsdesigns und modernste Lade- und Löschtechnik wird nunmehr die Ladefähigkeit von Großschiffen optimal ausgenutzt.

American Lancer am Burchardkai, Foto: HHLA

1968

2018

American Lancer

OOCL Hong Kong

213 Meter

400 Meter

1.200 TEU

21.000 TEU

Herausforderung Mega-Schiffe

Heute erreichen jährlich rund 9.000 Seeschiffe den Hamburger Hafen, davon sind etwa die Hälfte Containerschiffe. Und die Zahl der ganz großen Mega-Frachter steigt kontinuierlich. Das stellt Häfen weltweit vor Herausforderungen – auch Hamburg. Die nautische Erreichbarkeit, also die sichere Zufahrt über die Elbe, muss gewährleistet sein. Die Straßen- und Schieneninfrastruktur im und um den Hafen herum muss die großen Ladungsmengen bewältigen können. Zudem haben die Containerterminals im Hamburger Hafen in modernste Umschlagtechnik investiert, damit die Ozeanriesen schnell und effizient abgefertigt werden können. All das ist wichtig, denn Hamburg ist Deutschlands größter Seehafen und damit ein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes. Als Exportnation sind wir auf einen leistungsfähigen Hamburger Hafen angewiesen.

Die Weltflotte umfasst fast 5.200 Containerschiffe mit einer Kapazität von

21 Mio. Containern (TEU)

 

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Warum werden Containerschiffe immer größer?

Das hat einen guten Grund: Je größer das Schiff, desto mehr Container können geladen werden, und das bei annähernd gleichen Kosten. Ein 15.000-TEU-Schiff hat ebenso viel Mann Besatzung wie ein 20.000-TEU-Schiff. Auch der Treibstoffverbrauch unterscheidet sich nur geringfügig. Ebenso liegen die Baukosten nicht sehr weit auseinander. Deshalb haben immer neue Generationen von Containerschiffen alle bisher angenommenen Größenlimits gesprengt. Aber ein Ende scheint in Sicht. Da diese Giganten der Meere nur noch wenige Häfen anlaufen können, geht die Flexibilität beim Einsatz dieser großen Schiffe verloren.

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Die größten Containerschiffe im Hamburger Hafen

Im vergangenen Jahr wurde der Hamburger Hafen erstmals von Containerschiffen mit einer Ladekapazität von 20.000 TEU und mehr angelaufen. Mit der „MOL Triumph“ machte am 15. Mai 2017 am HHLA Container Terminal Burchardkai der erste 20.000-TEU-Frachter fest. Am 15. März 2018 kam mit der “CMA CGM ANTOINE DE SAINT EXUPERY“ ein noch größerer Containerfrachter in den Elbehafen.

MOL Triumph

 

Länge: 400 Meter

Breite: 58,8 Meter,

Tiefgang: 16 Meter

Container: 20.170 TEU

Mehr technische Daten

CMA CGM Antoine de Saint Exupery

 

Länge: 400 Meter

Breite: 59,0 Meter

Tiefgang: 16,0 Meter

Container: 20.776 TEU

Mehr technische Daten

Videos

Von der Kogge zum Containerschiff

Um die Warenmenge eines modernen Containerschiffs mit 14.000 TEU  Ladekapazität zu befördern,

… wären im 15. Jahrhundert sämtliche Koggen der Hanse ein ganzes Jahr lang beschäftigt gewesen.

… müsste der Stückgutfrachter „Cap San Diego “ (Baujahr 1962) 15 Mal dieselbe Strecke zurücklegen.

… braucht man über 190 Güterzüge, um dieselbe Menge zu bewegen.

… sind mindestens 7.000 Lkw erforderlich, um die Container über die Straße zu befördern.

… müsste die Ladekapazität von etwa 1.000 Flugzeugen vom Typ Airbus A380 zur Verfügung stehen.

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