Inside the Box | Die Welt in der Kiste

Unser Leben auf 20 Fuß

Wissen Sie, woher die Hose kommt, die Sie tragen, oder das Handy in Ihrer Tasche, die Früchte in Ihrem Dessert? Viele Dinge unseres täglichen Lebens haben eine lange Reise hinter sich, besser gesagt eine lange Schiffsreise, denn der globale Welthandel findet hauptsächlich auf den Weltmeeren statt. Jedes Jahr werden fast 7 Milliarden Tonnen Güter rund um den Globus verschifft – das sind mehr als 95 Prozent des gesamten Welthandels. Gigantische Zahlen, die kaum zu fassen sind. Aber was bedeutet das konkret für uns als Verbraucher? Nehmen wir uns nur mal unseren Kühlschrank vor. Unser Speiseplan würde ziemlich trist aussehen, wenn wir allein auf heimische Lebensmittel zurückgreifen müssten. Wie selbstverständlich legen wir im Supermarkt Bananen, Avocado, US-Steak, Asia-Nudeln und chilenischen Wein in den Einkaufswagen. Ähnlich geht es Verbrauchern in der Welt, die sich ihrerseits über deutsches Bier, Schweizer Käse und Mozartkugeln aus Salzburg freuen.

Möglich macht’s der Container, denn kein anderes Transportmittel ist effektiver, sicherer und vor allem günstiger. Machte 1970 der Seetransport noch durchschnittlich zehn Prozent des Produktpreises aus, sind es heute nur noch drei Prozent, mitunter sogar deutlich weniger. So betragen die durchschnittlichen Transportkosten einer Flasche Wein von Chile nach Europa etwa 16 Cent – bei Wein aus Frankreich ist das nicht viel günstiger.

Aber nicht nur Konsumgüter werden in Containern verladen und um die Welt verschifft. Auch unsere heimische Industrie bezieht wichtige Rohstoffe und Halbfertigerzeugnisse aus aller Welt. Chemische Produkte, Metalle, Papier- und Forstprodukte … mittlerweile wird alles in Containern verladen, was von den Abmessungen passt und vom Gewicht sinnvoll ist. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Die Weltbevölkerung steigt, die Urbanisierung nimmt zu, der Wohlstand wächst, die Technik entwickelt sich weiter. Entsprechend werden auch die globale Arbeitsteilung und der Welthandel zunehmen. Transportknotenpunkte wie der Hamburger Hafen sind dafür unverzichtbar.

Containerpacker, Foto: HHM / Dietmar Hasenpusch

Wie viel passt in einen Container?

229.000 Zeitungen

In einen 20-Fuß-Container passen ca. 27 Tonnen Papier, genug um etwa 229.000 Exemplare der Bild Hamburg zu drucken. Die Auflage der Bild Hamburg liegt übrigens bei knapp 214.000 Exemplaren.

8.000 Turnschuhe

In einen 40-Fuß-Container passen etwa 8.000 Paar Turnschuhe. Das sind genug Schuhe, um 22 Jahre lang, täglich ein neues Paar anzuziehen.

10 Mio. Zigaretten

Ein 40-Fuß-Container fasst rund 10 Millionen Zigaretten. Der Staat erzielt daraus Einnahmen von 2 Millionen Euro Tabaksteuer.

 

2,7 Mio. Mandelplätzchen

In einen 20-Fuß-Container passen ca. 22 Tonnen Mandeln, genug um daraus gut 2,7 Millionen Mandelplätzchen zu backen.

28.000 Liter Bier

In einem 40-Fuß-Container können fast 28.000 Liter Bier transportiert werden. Auf dem Oktoberfest werden jährlich etwa 7,5 Millionen Liter Bier getrunken. Man bräuchte also 268 40-Fuß-Container, um die Münchner Wies’n zu versorgen.

6,3 Mio. Tassen Kaffee

Ein 20-Fuß-Container fasst etwa 21 Tonnen Rohkaffe, woraus 18 bis 19 Tonnen Röstkaffee gewonnen und somit ca. 2,5 Millionen Tassen Kaffee gebrüht werden. Wenn man bedenkt, dass die Deutschen pro Stunde rund 6,3 Millionen Tassen trinken, dann reicht so ein Container gerade einmal 23 Minuten.

Das Geheimnis der perfekten Banane

Deutschland ist buchstäblich eine Bananenrepublik. In kaum einem anderen europäischen Land steht die süße gelbe Frucht so hoch im Kurs wie hier. Mit einem jährlichen Prokopfverbrauch von ca. 17 Kilogramm liegt die Banane auf Platz 2 der beliebtesten Obstsorten – hinter dem heimischen Apfel. Etwa 1,4 Millionen Tonnen werden jedes Jahr in die Bundesrepublik importiert. Wichtigste Drehscheibe ist der Hamburger Hafen. Hier sorgt ein gigantischer Logistikapparat dafür, dass jeden Tag süße, gelbe Bananen in unserem Supermarkt liegen. Früher kamen die Bananen vor allem in Kühlschiffen als Stückgut an die Elbe. Im Zuge der Containerisierung werden sie heute vermehrt in Kühlcontainern verschifft, die ähnlich wie ein Kühlschrank die Temperatur konstant halten. Eine Zwischenstation ist das Edeka Fruchtkontor Nord mitten im Hamburger Hafen. Hier steht die größte und modernste Bananenreiferei Europas, denn wenn die Bananen in Hamburg ankommen, sind sie noch grasgrün und ungenießbar. Im Hafen werden sie dann schonend gereift, bis sie nach vier bis sechs Tagen den idealen Reifegrad für die Auslieferung erreicht haben. Pro Woche verlassen ca. 75.000 Kartons Bananen das Edeka Fruchtkontor Nord, das sind etwa 75 Lkw voll mit Bananen.

Schonend gereifte Bananen, Foto: HHM / Stefan Breitenbach

Kaffeehauptstadt Hamburg

Womit kann man besser in den Tag starten als mit einer schönen Tasse heißen Kaffee? Fast 60 Prozent der Deutschen trinken mehrmals täglich von dem aromatischen Aufguss. Das sind etwa 162 Liter pro Jahr und Kopf. Kaffee ist hierzulande beliebter als das urdeutsche Bier (104 Liter) und sogar als Mineralwasser (148 Liter). Damit ist Deutschland der drittgrößte Kaffee-Verbrauchermarkt der Welt und Hamburg der wichtigste Importhafen für Rohkaffee in Europa. Jedes Jahr werden ca. 700.000 Tonnen der grünen, noch ungerösteten Bohnen im Container über Hamburg importiert. Gleichzeitig verlassen etwa 400.000 Tonnen Rohware den Hafen, um Nachbarländer in Skandinavien und Osteuropa mit Kaffee zu versorgen. Die Bedeutung Hamburgs als Kaffeehafen geht auf eine lange Tradition zurück. Schon 1687 eröffnete hier das erste Kaffeehaus. Der Handel boomte und wurde nicht zuletzt durch den Bau der Speicherstadt Ende des 19. Jahrhunderts weiter angekurbelt. Sie beherbergte nicht nur Kaffeespeicher und einen eigenen Block für Kaffeehändler, sondern auch eine der ersten Kaffeebörsen der Welt. Und so gilt auch heute noch: Wer eine Tasse Kaffee trinkt, genießt fast immer auch ein Stückchen Hamburg.

Warenkontrolle Rohkaffee, Foto: HHM

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