Der Container | Eine geniale Idee

Eine Box mit Format

Die Idee ist so genial wie simpel: ein Behälter für alle Zwecke, weltweit genormt und überall gleich, wie Legosteine, die sich erweitern, tauschen und trotzdem immer und überall verbinden und wiederverwenden lassen. So ist der Container. Überall auf der Welt sieht man dieselben bunten Stahlboxen, sie passen auf riesige Schiffe ebenso wie auf Lkw und Bahnwaggons, sind also kompatibel mit sämtlichen Transportmitteln.

 

Das war nicht immer so. Wurden früher Kartons, Säcke, Palletten, Kisten, Fässer und Ballen arbeits- und zeitintensiv von einem Transportmittel auf das nächste geladen, werden heute einfach die genormten Boxen, vollgepackt mit unterschiedlichsten Waren, umgeladen. Hört sich einfach und logisch an, war in den Anfängen der Containersierung, wie dieser Entwicklungsprozess genannt wird, aber tatsächlich revolutionär.

 

38 Millionen Container (TEU) sind weltweit im Umlauf.

Einfahrt in den Hamburger Hafen, Foto: Achim Multhaupt

Von der Containerisierung zur Globalisierung

Durch den Einsatz des Containers reduzierten sich beinahe über Nacht die Transportkosten um bis zu 90 Prozent. Für uns Verbraucher bedeutet das: Produktvielfalt zu günstigen Preisen. Waren aus weit entfernten Ländern wurden durch den Container auf einmal erschwinglich.

 

Und so hat der Container nicht nur die Transportbranche revolutioniert, er hat den gesamten Welthandel umgekrempelt und die Globalisierung erst möglich gemacht. Durch den Container ist die Welt ein gewaltiges Stück zusammengerückt. Allein seit 2000 hat sich weltweit in den Häfen der Umschlag von jährlich 200 Millionen Standardcontainern (TEU) auf 620 Millionen mehr als verdreifacht. Aneinander gereiht würden die Container eine Strecke fast 94 Mal um den Erdball ergeben. Der Hamburger Hafen hat daran übrigens einen Anteil von 9 Millionen TEU. Er gehört damit zu den Top 20 Containerhäfen der Welt und ist eine der wichtigsten Warendrehscheiben für den Welthandel in Europa.

 

Alle reden von TEU! Was ist das?

20 Fuß, das ist in der Transportwelt das Maß aller Dinge. Da der Container eine US-amerikanische Erfindung und die Schifffahrt generell anglophon geprägt ist, wurde die Standardlänge in Fuß und nicht in Meter festgelegt. TEU steht somit als Abkürzung für Twenty Foot Equivalent Unit, also 20-Fuß-Container. Ebenfalls als Standardcontainer gelten 40-Fuß-Container. Ein 40-Fuß-Container entspricht demnach zwei TEU. Die Bezeichnung TEU wird beispielsweise für die Ladekapazität von Containerschiffen oder die Umschlagmengen in Häfen verwendet.

Die Nummer macht den Unterschied

Etwa 38 Millionen Standardcontainer (TEU) sind derzeit weltweit im Umlauf. Wenn die alle gleich sind, wie unterscheidet man sie dann? Jeder einzelne Container verfügt über eine individuelle Nummer, die weltweit einzigartig ist. Die Containernummer besteht aus vier Großbuchstaben, dem sogenannten Präfix, die für den Eigentümer stehen. Die deutsche Containerreederei Hapag-Lloyd hat zum Beispiel das Präfix HLXU. Es folgt eine sechsstellige Seriennummer und eine Kontrollnummer. Anhand der Containernummer kann jede Box überall auf der Welt identifiziert und beispielsweise die Position auf einem Schiff oder in einem Hafen bestimmt werden.

Robust, aber nicht zu schwer, das müssen Container sein. Um die erforderliche Stabilität zu gewährleisten, sind in die Seitenwände von Containern Rippen eingearbeitet, wodurch sie auch hohen Belastungen standhalten. Denn beim Transport geht es nicht immer sanft zu. Viele Lagen hoch werden die Container an Bord gestapelt. Hinzu kommen das ständige Umladen vom Schiff auf die Bahn, von der Bahn auf den Lkw, die Bewegung auf hoher See, die Vibrationen auf der Schiene, all das fordert dem Container einiges ab. Und so liegt die durchschnittliche Lebensdauer eines Containers auch nur bei zwölf Jahren, bevor er ausgemustert wird.

Warum sind Container geriffelt?

Was hat der Container mit unserem Geldbeutel zu tun?

Bananen, Kaffee, T-Shirts, Küchengeräte, Wein, Handys und, und, und. Fast alles, was wir täglich gebrauchen, war irgendwann einmal in einem Container. Und dass der Nachschub an Waren nie verebbt und die Regale immer gut gefüllt sind, liegt nicht zuletzt an der Containerisierung. Durch den Container sind die Transportkosten niedrig, sodass die Produkte zu erschwinglichen Preisen angeboten werden können. Ein Beispiel: In einen zwölf Meter langen 40-Fuß-Container passen etwa 10.000 Jeans-Hosen. Der Preis für den Seetransport von Asien nach Hamburg liegt bei etwa 1.500 Euro. Hinzukommen die Landtransporte von der Fabrik und zum Verbraucher. Zusammen sind das ca. 3.000 Euro. Damit liegt der Anteil der Transportkosten bei einer Jeans gerade einmal bei 30 Cent.

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